Betrugsversuche

Stand: Oktober 2013

Im Folgenden werden einige Typen von Betrugsversuchen mit Bezug zu Kamerun vorgestellt, die wiederholt aufgetreten sind. Dieses Merkblatt erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Bitte halten Sie uns über mögliche Betrugsversuche aus Kamerun, die Ihnen auffallen, auf dem Laufenden.
Obwohl Kamerun aus einem hauptsächlich französischsprachigen und einem kleineren englischsprachigen Landesteil besteht, erfolgen Betrugsversuche in Deutschland derzeit fast ausschliesslich in englischer Sprache oder in mangelhaftem Deutsch unter Zuhilfenahme von Übersetzungsprogrammen

1. Fingierte Kauf- und Arbeitsangebote

Häufig kommen Kaufangebote (direkt oder über Internetforen) von angeblichen kamerunischen Tierzuchtbetrieben vor - beliebt sind Hunde-, Papageien- und Schlangenzüchtungen, aber auch Pferde und Affen werden angeboten. Die in betrügerischer Absicht angebotenen Tiere existieren nicht. Interessierte Käufer werden aufgefordert, Vorauszahlungen für Transport, Käfige, Impfungen, Versicherungen, Flughafengebühren usw. zu leisten und dadurch hingehalten. Zahlungen sollen in der Regel über Western Union erfolgen. Das ermöglicht dem Betrüger eine einfache und risikoarme Geldübernahme in einem beliebigen Büro. Nach der ersten Zahlung meldet der Betrüger angeblich aufgetretene Komplikationen beim Transport, es seien in letzter Minute noch Tierkäfige, Gebühren, Impfungen o.ä. zu zahlen oder er gibt vor, die Tiere seien verstorben oder auf dem falschen Flughafen gelandet. Auf diese Weise versuchen die Betrüger, nach und nach weitere Zahlungen zu erwirken. Gelegentlich melden sich im Verlauf der Dinge vorgeblich auch „Rechtsanwälte“, die „Flughafenbehörde“ oder „Sondereinheiten der kamerunischen Polizei“, um ihre „Hilfe“ anzubieten, aber ebenso auf einer Vorauszahlung bestehen.
Die Botschaft warnt eindringlich vor diesen Betrugsversuchen und empfieht, keine Zahlungen zu leisten und jeglichen Kontakt abzubrechen. Es ist so gut wie aussichtslos, das einmal gezahlte Geld zurückzuerlangen. Derlei Betrugsfälle können bei der nächsten Polizeidienststelle angezeigt werden. Auch wenn die deutsche Polizei kaum etwas unternehmen kann, wird sie dafür sorgen, dass die E-Mailadresssen gespeichert und womöglich gesperrt werden.
Sie können solche Fälle auch der kamerunischen Botschaft in Berlin melden, denn das Ausmaß solcher Betrugsversuche ist geeignet, den Ruf Kameruns zu schädigen.
Die Einführ geschützter Arten wird im übrigen durch das Washingtoner Artenschutzabkommen - CITES - geregelt. Weitere Informationen hierzu finden Sie auf der Webseite des Bundesamts für Naturschutz

Weiterhin kommt vor, dass in anderen europäischen Ländern unter missbräuchlicher Verwendung tatsächlich existierender Namen - so des Botschafters Klaus-Ludwig Keferstein - nicht vorhandene Arbeitsstellen in Deutschland angeboten werden. Bei diesen falschen Arbeitsangeboten handelt es sich ebenfalls um den Versuch, betrügerisch Vorauszahlungen zu erwirken.

2. Angebote zum Kauf von Speiseöl

Vermehrt sind auch Fälle bekannt geworden, in denen Speiseöl in betrügerischer Absicht über das Internet angeboten wird. Es handelt sich dabei angeblich um Palm-, Sonnenblumen-, Raps- oder andere pflanzliche Öle. Auch bei dieser Art von Betrug werden Vorauszahlungen gefordert, die zumeist über Geldtransferbüros erfolgen sollen.
Die Botschaft weist darauf hin, dass Kamerun h.W. derzeit nicht über die notwendigen Produktionskapazitäten verfügt, um derartige Öle zu exportieren. Palmöl führt das Land sogar selbst ein, um seinen Eigenbedarf zu decken. Schon aus diesem Grund müssen verlockende Angebote aus Kamerun kritisch auf mögliche Betrugsabsichten geprüft werden.

3. Adoptionsangebote in betrügerischer Absicht

Betrüger geben sich typischerweise als mittellose Eltern aus, die nicht im Stande sind, eine angemessene Erziehung ihres Kindes zu gewährleisten, und es deshalb zur Adoption anbieten. Gelegentlich stammen die Angebote auch von angeblichen Mitarbeitern von Waisenhäusern. Die zukünftigen Eltern sollen oft lediglich die Reisekosten für das Kind übernehmen. Kaum hat sich das Opfer zur Übernahme der Kosten bereit erklärt, wird wegen «unvorhergesehener Kosten» wie z.B. für Behörden, den Flug und medizinische Versorgung, um weitere Zahlungen gebeten. Die vermittelten Kinder und die Waisenhäuser existieren nicht. Auch die Übersendung von Fotos oder kamerunischer Geburtsurkunden ist kein Zeichen dafür, dass der Vermittler seriös ist.
Wenn Sie eine Auslandsadoption in Erwägung ziehen, wenden Sie sich bitte an das Jugendamt der für Sie zuständigen Gemeindeverwaltung. Allgemeine Auskünfte zum Thema Auslandsadoption erteilt die Bundeszentralstelle für Auslandsadoption

4. Sogenannte "Nigeria-Briefe"

Die Angebotsschreiben, die per Brief, Fax oder E-Mails an willkürlich ausgewählte Adressaten verschickt werden, bitten die Empfängern um Hilfe beim Transfer von Millionenbeträgen. Als Belohnung werden bis zu 30 % der Transfersumme in Aussicht gestellt. Die Absender geben an, gesellschaftlich hochstehende Persönlichkeiten zu sein, und vermitteln durch angeblich offizielle Schreiben einen seriösen Eindruck. Antwortet man ihnen, stellen sie Forderungen, die von Blankovordrucken der eigenen Bank bis hin zu Geldüberweisungen reichen - in keinem der Fälle haben die Opfer das in Aussicht gestellte Geld erhalten. Die Verfasser solcher Schreiben kommen zumeist aus Nigeria, weshalb man auch von der so genannten «Nigeria-Connection» spricht. Inzwischen zählen auch andere afrikanische Länder wie Kamerun, Togo, Ghana, Sierra Leone, Côte d’Ivoire und Südafrika zu den Absenderländern.
Die Zentrale Geschäftsstelle der Polizeilichen Kriminalprävention informiert mit einem Merkblatt über Vorauszahlungsbetrug und bietet darin Hinweise an, wie Sie sich gegen Betrugsversuche dieser Art schützen können. Weitere Informationen können Sie über Suchmaschinen im Internet unter den Stichworten „Betrug Kamerun“ oder „Feyman, Feymen, Feymania“ bzw. "Nigeria-Connection" und mittlerweile auch unter „Cameroon Connection“ finden.


5. Vorgetäuschtes Interesse an Importen aus Deutschland


Fiktive Unternehmen oder Institutionen, gern auch traditionelle Führer oder Repräsentanten der Regierungspartei RDPC (engl.: CPDM) bekunden ihr Interesse an Waren oder Dienstleistungen oder geben ungewöhnlich große Bestellungen auf. Reagiert man, bitten sie um Überweisung einer bestimmten Summe zur Begleichung anfallender Registrierungskosten, ohne die die Einfuhr angeblich nicht möglich ist. Gelegentlich wurde in der Vergangenheit um die Übersendung größerer Warenproben gebeten.
Auch hier agieren Personen, die zur „Nigeria Connection“ bzw. zur sogenannten „Feymania gezählt werden müssen. Das Internet bietet diesen betrügerischen Geschäftsleuten eine ideale Plattform: geringe Kommunikationskosten sowie die Möglichkeit, ohne Briefkopf, Stempel und andere schwerer zu fälschende Merkmale zu arbeiten. Es gibt jedoch auch Betrüger, die sich des Namens einer echten Firma oder staatlicher Stellen bedienen und deren (nach ihren Bedürfnissen leicht abgeänderten) Briefkopf, Logo u.ä. benutzen. Häufig sind es auch selbstgebastelte Dokumente, die sich durch viele Rechtschreibfehler, falsche Terminologie oder mißbrauchter Wappen auszeichnen.
Die Betrüger stellen Großaufträge in Aussicht; gelegentlich führen sie auch eine fingierte Ausschreibung im Internet durch. Allen Fällen ist gemeinsam, dass irgendwann eine Zahlung auf ein Konto oder an eine Transferagentur in Kamerun erfolgen soll, sei es für Provisionen, Registrierungs-, Anwaltskosten o.ä. Falls die deutsche Firma dann misstrauisch wird, drängt plötzlich die Zeit. Der Betrüger droht, den Auftrag zu stornieren bzw. dem bei der angeblichen Ausschreibung zweitplatzierten Unternehmen den Auftrag zu erteilen.

Was können Sie tun?
Wir raten grundsätzlich zur Vorsicht, wenn Sie den Geschäftspartner nicht kennen (keine Überweisungen, keine Musterlieferungen).
Anfragen, ob eine bestimmte öffentliche Ausschreibung tatsächlich existiert, können direkt an die zuständige Behörde für öffentliche Ausschreibungen gerichtet werden:
ARMP (Agence de Régulation des Marchés Publics)
BP 6604 Yaoundé (Cameroun)
Tel: (237) 22 20 18 03
Fax: (237) 22 20 60 43
www.armp.cm

Informationen über Internationale Öffentliche Ausschreibungen liefern auch:
Germany Trade and Invest GmbH
Postfach 10 05 22
Agrippastraße 9
50445 Köln
Tel.: 0221-2057-0
www.gtai.de

www.ixpos.de

sowie der

Afrika-Verein der deutschen Wirtschaft e.V.
Neuer Jungfernstieg 21
20354 Hamburg
Tel.: 040-41 91 33-0
Fax: 040-35 47 04
www.afrikaverein.de

Sie können bei der kamerunischen Industrie- und Handelskammer fragen, ob eine bestimmte Firma ordnungsgemäß registriert ist:
Chambre de Commerce, d'Industrie, des Mines et de l’Artisanat
B.P. 4011 Douala
Tel.: (237) 33 42 67 87 oder 33 42 98 81
Fax: (237) 3342 55 96
E-Mail: ccima%27%net,cide
www.ccima.net
Erfahrungsgemäß werden telefonische Anfragen bevorzugt behandelt.

Auskünfte erteilt auch der kamerunische Arbeitgeberverband GICAM (Groupement Inter-Patronal du Cameroun)
B.P. 829 Douala
Tel.: (237) 33 42 31 41 oder 33 42 64 99
Fax: (237) 33 43 38 80
www.legicam.org

Des weiteren gibt es einen Verein deutscher und kamerunischer Unternehmer in Duala, den Sie um Auskünfte bitten können:
Club des amis d’Allemagne
B.P. 12299 Douala
Tel.: (237) 33 00 01 09
Fax: (237) 33 01 38 08
E-Mail: yahoo%27%de,caa%27%info

Sie sollten die im Exportgeschäft üblichen Absicherungen vornehmen. Vorleistungen sollten Sie nach Möglichkeit vermeiden.
Versuche, einen einmal entstandenen Schaden auf rechtlichem Wege zu beheben, sind in Kamerun angesichts des wenig effizienten Justizsystems nicht sehr aussichtsreich, auf alle Fälle aber langwierig und kostenintensiv.
Allgemeine Informationen über die Wirtschaftslage in Kamerun findet man u.a. auf der Website www.izf.net („investir en zone franc“).


6. Anbahnung von Geschäftskontakten zur Erschleichung eines Schengenvisums


Manchmal geht es nicht nur um den Aufbau von Geschäftskontakten, sondern um die Erschleichung von Visa. Der Botschaft sind Fälle bekannt, in denen die vermeintlichen Kunden trotz erteilter Visa nie bei dem deutschen Partnerunternehmen erschienen sind. Auch haben deutsche Unternehmen - neben nutzlosem zeitlichen Aufwand – finanzielle Verluste erlitten (durch Übersendungen von Musterlieferungen, Dispositionen für vermeintliche Warenbestellungen, Hotelreservierungen, Geldüberweisungen für nicht erforderliche Registrierungskosten u.ä.).
Bevor Sie einen möglichen kamerunischen Geschäftspartner schriftlich einladen (was für die Visumserteilung erforderlich ist), sollten Sie sich von ihm ein möglichst umfassendes Bild machen. Bei folgenden Konstellationen ist Vorsicht geboten:

Ihr Geschäftspartner stellt so gut wie keine Informationen über sich selbst, seine Geschichte, Umsätze, Märkte und Produkte oder Referenzen bereit, sondern kündigt sofort eine Bestellung an und bittet um eine (oder mehrere) Einladungen nach Deutschland. Sie sollten in jedem Fall prüfen, ob der beabsichtigte Besuch für die Geschäftsabwicklung tatsächlich üblich und erforderlich ist.
Ihr Geschäftspartner stellt Großaufträge in Aussicht, die mit den wirtschaftlichen Gegebenheiten eines Entwicklungslands wie Kamerun nicht in Einklang zu bringen sind.
Ihr Geschäftspartner drängt zur Eile.
Wenn bei der Prüfung des Visumsantrags bezweifelt werden muß, dass ein echtes Geschäftsinteresse besteht und der Reisende zur Rückkehr bereit ist, wird - auch zum Schutz deutscher Unternehmen - der Antrag abgelehnt.
Anfragen, ob eine Firma in Kamerun ordnungsgemäß bei der hiesigen Industrie- und Handelskammer registriert ist, können Sie bei einer der oben genannten Wirtschaftseinrichtungen in Kamerun stellen.


Allgemeine Sicherheitshinweise rund ums Internet
Allgemeine Sicherheitshinweise zum Thema Internet finden Sie auf der Seite des Bundesamts für Sicherheit: www.bsi-fuer-buerger.de/index.htm

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